contrelefootball

Gegen den modernen Fußball?

Heute Abend um 20:00 findet ein Autorengespräch mit 120minuten und Vert et Blanc statt. Die Autoren letztgenannten Blogs hatten für erstgenannte Seite einen Grundlagentext zu den Themen moderner Fußball und (struktureller) Antisemitismus geschrieben. Neben einigen weiteren Texten beschäftigten sich die Bremer zuletzt mit Philip Kösters Ausführungen in der 11Freunde zu RB Leipzig. Begleitend zum heutigen Autorengespräch haben die Grün-Weißen eine Literaturliste zur Verfügung gestellt.

Die Lektüre der Texte und des Autorengeplauders und gerne auch die Teilnahme an diesem (unter dem Hashtag #120modern), sei an dieser Stelle gemeinhin empfohlen. Auch Sankt Pauli ist bekanntlich keine Insel der Glückseeligkeit und ob des näher rückenden Spiels gegen RB Leipzig ist auch von braun-weißer Seite mitunter mit regressiver Kapitalismuskritik zu rechnen. Schaden kann das also nicht.

// Beitragsbild lizensiert unter CC BY 2.0 von Flickr-User Allie_Caulfield ergänzt um Pictogram von Vert et Blanc //

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#SchlandUnverkrampft. Dummdeutsche Kommentare Folge 2 *Trigger*

Nachdem die Tweetschau zu #GerGha für dieses Blog ungeahntes Interesse hervorgerufen hatte, haben wir beschlossen auch bei den folgenden Begegnungen der deutschen Nationalelf, die jeweiligen Hashtags zum Spiel ein wenig zu beobachten.

Dieser Beitrag deckt die Spiele #USAGER und #GERALG ab.

*TRIGGERWARNUNG*
Dieser Beitrag enthällt rassistische, sexistische und homophobe Sprache und Diffamierungen (ua. mehrfach das N-Wort)!
*TRIGGERWARNUNG*

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Rassistische Kommentare zu #GERGHA (Trigger-W.)

*TRIGGER-WARNUNG* // Der folgende Blogpost dokumentiert rassistische Kommentare // *TRIGGER-WARNUNG*

Dass vermeintlich unverkrampfter Patriotismus schnell in nationalistischen Chauvinismus und Rassismus umschlägt ist nichts Neues. Genauso ein alter Hut ist die Tatsache, dass rassistische Stereotype und Rassismus in der Gesellschaft weit verbreitet sind. Dennoch soll in diesem Blogpost eine Auswahl rassistischer Kommentare dokumentiert werden, die im Zusammenhang mit dem gestrigen WM-Spiel der DFB-Auswahl gegen die ghanaische Nationalelf bei Twitter geäußert wurden.

Noch mal die Trigger Warnung: Ab hier wirds bitter!

*Nachtrag 22.06.2014 16:30*
Da einige Twitter User ua. wegen dieses Blogsposts Morddrohungen erhalten sind nun alle Screenshots anonymisiert und die Links zu den Tweets entfernt. Wenngleich rassistische Kommentare unendlich scheiße sind, möchten wir für solche Reaktionen keine Verantwortung übernehmen müssen.

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trikots

“Seegurke. Gewebehärtung. Abwehrmassnahmen. Beginn von Tests an Primaten. Affe nach 5 Minuten tot. Genetische Modifikation nicht gelungen.”

von Morten Tailor und Hugo Kaufmann

Sommerpause und WM. Grund genug nicht zu Bloggen, obwohl es doch so einige Themen gäbe. Man könnte die 300. Auseinandersetzung mit Nationalismus und total unverkrampftem Patriotismus schreiben. In diesem Zuge wäre dann auch der Verweis angebracht, wie unglücklich die Brasilien-Flagge im Totenkopf ist, wenngleich das Shirt einem guten Zweck helfen soll. Aber eigentlich ist ja eh schon alles verloren, immerhin darf schon seit Jahren die Irland-Fahne im Totenkopf ver- und gekauft werden, obwohl auch der irische Befreiungskampf natürlich ein nationaler ist, dazu am Millerntor Union Jack und Tibet-Fahne, ohne das jemand auf die Glocke bekommt. Versteh das wer will. In der Südkurve, im ganzen Alkoholexzess des AntiRa-Turniers untergegangen, wurde im Zuge der Millerntor-Gallery die deutsche Nationalelf an der Wand verewigt. Wir wünschen ein möglichst frühes Ausscheiden.

Das alles aber war uns nicht wert, den Sommerpausenschlaf zu unterbrechen. Zur heutigen Trikotpräsentation haben wir uns, ehrlicherweise in der Hoffnung auf lecker Häppchen, aber doch bitten lassen. Wochenlang wurde ein Bohei sondergleichen gemacht. Da “Do You Football” (endlich) weg vom Fenster ist, womit der Weg für einen neuen Ausrüster beim FC St. Pauli frei war. Ganze sieben Jahre soll Hummel den Verein umworben haben, ob aber die Kampagne ein solches Ausmaß brauchte, steht auf einem anderen Blatt. Wenn es nach der Mehrzahl der Kommentare auf der Facebook-Seite des FCSP geht, ist die Antwort klar: Nö!

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AntiRa und Millerntor Gallery – Am Wochenende im Stadion

Am Wochenende findet am Millerntor das AntiRa-Turnier statt. In Hamburg werden wieder zahlreiche Fangruppen aus Europa und Israel zu Gast sein. Nachdem das Turnier in den ersten Jahren stets am Trainingszentrum an der Kollaustraße stattfand und vor zwei Jahren in der Weidmannstraße findet es dieses Jahr zum ersten Mal am Millerntor statt.

Es gibt aber nicht nur Fanfußball, sondern auch diverse Aktionen, Rundgänge, Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops. In den Abendstunden des Wochenendes wird dann gefeiert.

Hier die Timetable für das Wochenende:

Und dann war da noch die Email von Marcel Eger höchstpersönlich, mit der Bitte das im Blog aufzunehmen. Da kann man ja nur schwach werden:

Vom 29. bis zum  31. Mai 2014 treffen national und international etablierte Künstler im Rahmen der vierten MILLERNTOR GALLERY auf vielversprechenden Nachwuchs sowie engagierte Bands und Musiker. Ein Großteil der Einnahmen fließt in die Wasser- und Bildungsprojekte von Viva con Agua de Sankt Pauli e.V..
Als besonderes Highlight haben wir die Möglichkeit, das Kunstprojekt “Inside Out – photographic truck” des international bekannten Street-Art-Künstlers JR zu bekommen. Hierbei handelt es sich um einen mobilen Fotoautomaten, mit dem innerhalb von Minuten Portraits in Plakatgröße ausgedruckt werden können. Durch die Teilnahme von Ausstellungsbesuchern und Fans des FC St. Pauli entsteht ein einzigartiges, großformatiges Kunstwerk. Die MILLERNTOR GALLERY möchte mit dieser kollektiven Kunstaktion die besondere Fankultur des FC St. Pauli sichtbar machen.

Niveaulimbo und Sexismus – Der übliche Mallorcaurlaub

Wie jedes Jahr verbringt die Profimannschaft des FC Sankt Pauli ihren Jahresurlaub gemeinsam auf Mallorca und lässt die Sau raus. Traditionell legen die Kiezkicker dabei ein Verhalten an den Tag, welches manch Sankt Paulianer eigentlich von Saseler Kieztouristen erwarten würde. Bei diesen Strandparties entstehen bisweilen mehr oder weniger verstörende Bilder. 2010 beispielsweise machte das Foto von Benedikt Pliquett im knappen Schweinchenstring, der Corny Littmann an seine Hüfte drückte, die Runde.
In diesem Jahr ist es Lennart Thy der für die größte Aufregung sorgt. Die am Sonnenschirm festgebundene Gummipuppe wirkt neben seinem entblößten Genital nämlich beinahe bieder. Im Rücken von Millionärstochter und Penthouse-Model Nina Kristin packte er seinen Phallus aus, wie der Nichtskönner der Chosen Few auf der selben Insel. Welches Bedürfnis er zu stillen suchte, ob er pullern oder pimmeln wollte ist nicht gänzlich klar.

*Nachtrag: Thy hat lt eigener Aussage in einen Eimer pinkeln wollen. Die Aktion ist ihm peinlich. Focus*

Nicht aus Langeweile hat sich das Aktionsbündnis gegen Sexismus und Homophobie laut StPauli.nu in der Sache an den Verein gewandt. Ob intentional oder nicht, in der Komfortzone einer Frau sollten gewisse Dinge besser verborgen bleiben. Das sowas nämlich als Belästigung aufgefasst werden kann ist nicht unwahrscheinlich. Die Aktion kann daher durchaus als Sexismus gewertet werden, selbst wenn sich „Lenny“ dessen nicht bewusst gewesen sein mag. Das ist auch der Fall, wenn er, wie durchaus möglich, lediglich in einen Eimer pinkeln wollte. Da hat sein Ding nichts, aber auch gar nichts zu suchen! Wollte er sie sogar anpimmeln oder fand er es lustig hinter ihrem Rücken seinen Schwanz auszupacken, handelt es sich um übergriffiges Verhalten, das manche bereits in den Bereich des Rape einordnen würden.

Es ist nicht davon auszugehen, dass die nötige Sensibilität bei ihm vorhanden ist. Vielmehr ist von heterosexistischer Sozialisation auszugehen, denn die ist in unserer Gesellschaft leider die Norm. Das Tragen des Sankt Pauli Trikots alleine schafft keinen emanzipierten und bewussten Geist. Auch andere Spieler haben sich schon Aktionen geleistet die Fern jedes Wertekanons des Vereins und seiner Fanszene zu verorten sind. Sie hatten im Gegensatz zu Thy in der Regel das Glück, dass es die ebene des Flurfunks der üblichen Kreise nie ernsthaft verlassen hat. Es ist daher kein Schock, keine Überraschung, dass so etwas passiert. Im Gegenteil, man rechnet beinahe mit so etwas.

Nichts desto weniger ist es natürlich kritikwürdig und Grund zur Aufregung. Lennart Thy wird sich entschuldigen müssen. Wie die Gummipuppe andeutet ist, wenig überraschend, die Mannschaft nicht frei von Sexismus und Mackertum und Thy entsprechend kein Ausnahmefall. Allgemein wäre es daher wünschenswert, wenn sich bei Spielern ein Interesse an Themen wie Sexismus und Homophobie herausbildete. Das Umfeld des FC Sankt Pauli eignet sich wie kein Zweites zur Schaffung von Awareness. Auch Fans lernen hier immer wieder etwas dazu und es wären nicht die erste Spieler die bei Sankt Pauli sensibilisiert würden.

www.boehmer-fotografie.de

DFB “neutralisiert” Millerntor

Beitragsbild: (C) Peter Böhmer www.boehmer-fotografie.de

Die DFB Auswahl trainiert für ihren Test gegen Polen (Imtech Arena, Di. 13.05.2014 20:45) am Millerntor. Das große “Kein Fußball den Faschisten” auf der Gegengerade wurde im Zuge dieses Trainings partiell mit grüner Plane abgehängt, so dass der Schriftzug “Kein Fußball” übrig blieb.

Der DFB begründet diesen Schritt auf Twitter wie folgt:

Neutralisiert euch selber!

Das ist natürlich großer Humbug. Konsequent zu Ende gedacht ist selbst das DFB Team eine politische Äußerung, gründet es sich doch auf der Konstruktion einer Nation. Die DFB Auswahl sollte sich also entweder selbst neutralisieren oder von derart kleingeistigem Bullshit Abstand nehmen. So wird jede Antirassismus-Äußerung des Verbands als die Lippenbekenntnisse enttarnt, für diese viele halten. Entweder man macht sich gerade gegen Faschismus, Rassismus und Nazis, oder man bereitet ihnen die Existenzgrundlage. Zu Recht hat sich der DFB einen veritablen Shitstorm eingefangen. Über die nächsten “Mexiko”-Gesänge, “Sieg”-Rufe, etc. darf man sich beim DFB jedenfalls so nicht wundern.

Entsprechend teilt der  Fanclubsprecherrat (FCSR) auf Facebook mit:

Der DFB hat mit der Aktion bewiesen wieviel Heuchelei in seiner Haltung gegen Rassismus steckt.

Wir hoffen, ihr habt den Rasen heile gelassen, unsere filigranen Fanclubs benötigen beste Bedingungen beim Fanclubturnier.

Zudem erwarten wir, dass wenn ihr unser Wohnzimmer mietet, dies so belasst, wie ihr es vorgefunden habt. Und bei uns gehört Politik dazu!

Auch der FC Sankt Pauli ist schuld

Laut Übersteiger auf Twitter wussten die Verantwortlichen des FC Sankt Pauli nichts von der Aktion. Andere, gewöhnlich gut unterrichtete Kreise aus dem Vereinsumfeld, wollen von einer Erklärung wissen, nach der dem DFB das Recht zustünde werbliche und politische Inhalte abzuhängen. Wie es auch sei, der FC Sankt Pauli trägt eine nicht unerhebliche Mitschuld an dieser Frechheit. Eine vernünftige Stellungnahme ist das Mindeste, was von der Vereinsführung nun zu erwarten ist. Ansonsten ist es auch nur noch ein halbes Jahr bis zur JHV…

Immerhin: Das Statement “Kein Fußball den Faschisten” hat heute so viel Verbreitung erfahren, wie wohl lange nicht.

Nie wieder Faschismus, nie wieder Deutschland!
Siehe auch: Publikative.org

Update 13.05.2014 16:15Der Pressesprecher der Nationalelf, Jens Grittner versuchte am heutigen Nachmittag die Situation aus seiner Sicht mit PR-Sprech zu entschärfen, was ihm nur schwerlich gelang. Man stehe zwar hinter der Aussage, aber Bildmaterial der Nationalmannschaft mit dem Schriftzug “für Faschisten” wolle ja auch niemand sehen. Dieser eher klägliche Versuch einer Rechtfertigung entbehrt nur jeder Grundlage, denn es heißt ja “Kein Fußball DEN Faschisten”. So mag Herr Grittner denken es gäbe eine zweite Seite, die man doch bitte auch betrachten soll, nur einleuchten mag das so recht kaum jemandem (Tweets: 1, 2 & 3).

Das Präsidium des FC Sankt Pauli hat derweil eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie sich deutlich vom Handeln des DFB distanzieren und sich empört zeigen über die Praxis. Deutlich stellen sie sich hinter die Fanszene und die Leitlinien des Vereins:

„Kein Fußball den Faschisten“ stellt für uns in diesem Zusammenhang keine politische Botschaft dar. Vielmehr verkörpern diese Worte eine Haltung und Werte, die gesellschaftlicher Konsens sein sollten und nicht nur am Millerntor gelebt werden sollten. […] Wir werden auch weiterhin klare Zeichen setzen. Kein Fußball den Faschisten. (FC St. Pauli)

Zuvor hatte der Fanclubsprecherrat sich in einem offenen Brief an Wolfgang Niersbach bzw. den DFB gewandt:

Für uns sind Slogans wie “Zeig dem Rassismus die rote Karte“ kein Eintrag in Hochglanzbroschüren, sondern eine wichtige und richtige Aussage, um den immer wieder gezeigten Anfeindungen in manchen Kurven deutlich zu zeigen, welche gesellschaftlichen Mindestansprüche zu leben sind. (FCSR)

Eine gute Übersicht zu den unzähligen Blogposts und Medienberichten findet sich bei Grenzenlos Sankt Pauli.

Und dann war da noch die AfD, die heute Mittag für ein wenig Erheiterung sorgte: Der Kreisverband AfD Rhein-Sieg-Kreis retweetete unseren Tweet mit dem Foto der abgeklebten Stadionwand und erklärte auf Nachfrage, damit wolle man dem DFB Anerkennung zollen. Von extremen politischen Aussagen müsse man sich schließlich distanzieren und wenn der Sport politisch würde, wo käme man denn da hin? Mit populistischen Parteien ist es aber wie mit schlechten Filmen: für kurze Zeit ganz witzig, dann aber auch schnell sehr nervig. Argumenten von Grund auf nicht zugänglich folgten daher ein paar Wahlplakate, dumme Sprüche und sonstiges inhaltsleere Gedröhne und die Aufmerksamkeit war schnell verflogen.

 

Polizei im Stadion

Kostenbeteiligung an Polizeieinsätzen? MDR Magazin “exakt” ist dafür

In steter Regelmäßigkeit wabert die Forderung der Polizei-Lobbygruppen um Rainer Wendt & Co. durch den Mediendschungel, Vereine, Verbände oder Veranstalter von Großveranstaltungen mögen sich an den Kosten von Polizeieinsätzen finanziell beteiligen.

Ob das angesichts der hohen Steuerzahlungen der Vereine gerechtfertigt ist; nach welchem Prinzip entschieden würde wer wann wieviel zahlt; und ob das überhaupt verfassungsrechtlich unbedenklich ist, sind dabei ungeklärte Fragen.

Im Rahmen der Debatte um das Sicherheitspapier der DFL wurde das gefordert, dort auch mit Schützenhilfe der Innenminister der Länder und ein Jahr später sollte sich auf Antrag der SPD-Fraktion der Bremer Senat mit den Möglichkeiten einer solchen Kostenbeteiligung befassen.

Das MDR-Magazin “exakt” hat in seinem Erklärbär-Teil “exakt – So geht das!” sich des Themas nun angenommen und einem differenzierten Bericht das Wiederkäuen der Polizeigewerkschafts- und Innenministerthesen vorgezogen.

Denn das Argument mit den hohen Steuern ist einfach ein Eigentor, weil die Höhe der Steuern ja nicht im Zusammenhang zur Höhe der Einsatzkosten stehen. Warum das relevant sein sollte? Unklar.

Beitragsbild lizensiert unter CC BY-NC-SA 2.0 von Flickr-User SurfGuard

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Polizei Hamburg betritt #Neuland

Wir schreiben das Jahr 2014. Die Hamburger Polizei feiert ihren 200. Geburtstag und zeigt, wie gekonnt sie der Zeit aufs Zahnfleisch fühlen kann:

Das Kommunikationsverhalten der Menschen verändert sich permanent, soziale Netzwerke erhalten immer mehr Bedeutung für das tägliche Leben. Deshalb stellt sich auch die Polizei diesen neuen Anforderungen.

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