Mit ’nem Zweiten schreibt’s sich besser

Ein Lichterkarussell hatten wir, als ich noch ein kleiner Junge war, in der Adventszeit immer auf dem antiken massivhölzernen Tisch in der Wohnstube unseres Hauses stehen. Lichterkarusselle, das sind diese süßen Schnitzkonstrukte mit Engelchen und anderen Figuren der Weihnachtszeit, die sich bewegen, weil der Kranz auf dem sie Liebevoll drapiert sind durch eine Achse mit einem Zirkel aus schräg gestellten Holzblättern, ähnlich den Rotor-Blättern eines Helikopters, verbunden sind. Unter dieses Blättern, um dieses technisch ausgeklügelte Konstrukt, werden Kerzen in den dafür vorgesehenen Halterungen fixiert. Die Flammen der Lichter erhitzen die Luft und lassen sie nach oben steigen und gegen die schräg gestellten Rotoren stoßen. Es beginnt eine Bewegung. Mit ’nem Zweiten schreibt’s sich besser weiterlesen

Bier > Scheiße

Bier war ist und bleibt besser als Scheiße! Ist so!

Es gibt Tage, da will einfach gar nichts klappen und es gibt Menschen die stecken dann den Kopf in den Sand. Der erste Samstag im März 2011 war aus sportlicher Sicht so ein Tag, wenn nicht noch etwas schlimmer. Ich hätte auch mit ein paar Freunden die weißen Oldschoolhemden unserer “Boys in Brown” überstreifen und im Strafraum liegend, sowohl kiffend, als auch Bier trinkend, die ersten etwas wärmeren Sonnenstrahlen des aufkommenden Frühlings genießen können, das Ergebnis wäre wahrscheinlich kein großartig anderes gewesen. Bier > Scheiße weiterlesen

Tauben vergiften im Park

HSV-Wochen

… hatte der Übersteiger ausgerufen. Den ersten, uns örtlich näher gelegenen HSV, den geliebten Nachbarn aus um und bei Pinneberg oder so, hatten wir zwar nicht dominiert aber bekanntermaßen eben doch die 3 Punkte abgerungen und damit, nach dem 1:1 aus dem Hinspiel am Millerntor, die Stadtmeisterschaft ins schöne St. Pauli geholt. Nun stand am Samstag, den 26.02.2011 die Begegnung, gegen die Freunde unseres Nachbarn aus Hannover, mit gleicher Abkürzung, an. Das Hinspiel hatten wir dort, wie jetzt das Auswärtsspiel in Mordor, mit 1:0 gewonnen und es gab eine Pyroshow im Gästeblock. Die Analogie würde jetzt ein 1:1 am Millerntor erwarten lassen, doch auch wenn es lange nach einem Unentschieden in diesem unendlich langweiligen Spiel aussah, gab es am Ende nichts für uns zu holen. Zumindest brannte im Gästeblock der Schwarz-Weiß-Grünen HSVer Pyrotechnik, zumindest soweit stimmt die Analogie zwischen den Spielen gegen die HSV der Bundesliga also und da Ausnahmen die Regel bestätigen, bleibt dem Übersteiger also nur beizupflichten: HSV sind scheiße! Tauben vergiften im Park weiterlesen

Wer kämpft kann verl… ach! Wer nicht kämpft ist scheiße!

Immer wieder tauchen dieser Zeit in Zeitungen und Zeitschriften Berichte zur Kommerzialisierung im Fußball auf, sie alle nehmen entweder Bezug auf den Protest unserer Fanszene oder hängen ihren ganzen Bericht am Protest und an der Sozialromantiker-Ini auf. Hinter uns liegen 3 Heimspiele, in denen bei allen der Protest in Form des Jolly Rouge vertreten war. Es wurde aber von Heimspiel zu Heimspiel weniger. Genau wie die Berichte in den Zeitungen. Wer kämpft kann verl… ach! Wer nicht kämpft ist scheiße! weiterlesen

Es könnt mir nichts egaler sein

Als der FCSP letztes Jahr in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist, habe ich mich unter anderem sehr auf das Auswärtsspiel in Dortmund gefreut. Das größte Stadion der Bundesliga und die gelbe Wand einmal wahrhaftig zu sehen, wären, da war ich mir sicher, durchaus beeindruckend. Nun hat dieses Spiel, das glücklicherweise an meinem Lieblingstermin für Auswärtsspiele terminiert war, so dass ich tatsächlich daran teilhaben konnte, stattgefunden und so sehe ich mich in die glückliche Lage versetzt einen Abgleich meiner Erwartungen mit der Realität nieder zu schreiben.

Die gelbe Wand zu sehen, war wie erwartet beeindruckend. Die beiden Sitzplatztribünen daneben jedoch waren nicht so besonders – übliches Arenagedöns. Die Ausgestaltung ihrer Tribüne aus Sicht der Dortmunder Fanszene, ist ja seit Ewigkeiten eigentlich gleich geblieben. Man sieht einige Fahnen, die auf der großen Tribüne etwas verloren wirken und es ist einfach nahezu alles gelb. Ich habe den Eindruck der Großteil der Dortmunder Fans spiegelt das leibhaftige Klischee für den typischen deutschen Fußballfan wider (Anmerkung: Bitte jetzt nicht mit dem Wasweißichdennbitteschönschen Gesetz, dass der, der etwas als “typisch deutsch” bezeichnet was auch immer bewirkt, kommen). Lautstärketechnisch hat die Südtribüne nur einige Male ihre Kraft voll entfalten können, dabei ist aber zu berücksichtigen, dass zum Einen sowieso nur selten wirklich nahezu alle Heim-Fans einer Kurve mitziehen und zum Anderen auch immer viel Akustik ungehört verpufft, steht man selber in einer supportenden Masse. Alles in Allem aber wohl der solideste Heimsupport, den ich diese Saison vernehmen durfte. Und wenn geschätzt 15.000 Menschen singen “Wer wird deutscher Meister? BVB Borussia” dann kommt das schon enorm geil. An dieser Stelle sei noch kurz eingeworfen, dass ich es unfassbar genial fände, die Sitze auf der Süd zu demontieren und die Südkurve endlich zu einer richtigen Fankurve zu machen. Aber das ist wohl eher als langfristiges Ziel zu formulieren. Wir haben ja mittlerweile wohl alle eine grobe Vorstellung über das Kreditfinanzierungsdilemma, in dem der Verein hinsichtlich der Yuppiesessel steckt. Es könnt mir nichts egaler sein weiterlesen

“Sechs sichere Punkte”

Es ist der 16. Februar 2011, der Tag ist ca. 15 Minuten jung und ich schalte das Licht neben meinem Bett aus und klappe den Rechner zu. Ich schlafe so gut wie lange nicht. Als ich am Morgen aufwache erinnere ich mich, dass wir das Derby gewonnen haben. In meinem Traum. 1:2 lautet das Ergebnis – gut damit liege ich lediglich in der Differenz richtig, oder man nimmt Hin- und Rückspiel zusammen, aber das ahne ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Fakt ist, ich habe ein richtig gutes Gefühl. “Sechs sichere Punkte” weiterlesen

Gano und ihm seine Freunde ihr HSV

Nachdem man sich schon lange über die schnöde Darbietung des nächsten Superstars vom Volkspark erfreuen konnte, dessen Sanges-Darbietung schon als nächste Stadionhymne in der Bäumchen ääh Name-wechsel-dich-Arena gehandelt wurde, gibt es nun, eineinhalb Tage vor dem Derby eine Antwort auf das unerträgliche Gesäusel. Ebenso dahergelullt, was es gerade so wunderbar amüsant macht. Einfach mal genießen:

Kellerduelle in Zukunft ohne uns

Nach der Derbyabsage habe ich nun also am 22. Spieltag der Bundesliga endlich die Gelegenheit meinen ersten Spielbericht auf diesem Blog zu veröffentlichen. Unser FC empfing die Absteiger aus Gladbach. Ich hingegen empfing am Vorabend größere Mengen Alkohol und so schlug ich relativ zerstört und aus dem Leben geschossen am Fanladen auf, kaum in der Lage mich zu artikulieren, geschweige denn zu stehen. Nicht wenige sorgten sich um meinen Zustand, sah ich doch nicht so aus, als ob ich gleich ein Fußballspiel im Stadion erleben sollte. Doch nach dem Konsum von ein bisschen Apfelschorle und Gebäck, sowie dem Erwerb von Pulli und Handschuhen gegen die Kälte, fing ich mich und somit ging es für mich doch noch einmal glimpflich aus. Es bleibt jedoch fraglich, ob ich das in 2 Wochen gegen Hannover wieder so handhaben sollte. Kellerduelle in Zukunft ohne uns weiterlesen

“Einst träumte ich von Europa…”

“…jetzt habe ich Alpträume” – dieser Aufkleber trotzt seit Jahren, in denen ich beinahe täglich an ihm vorbei gehe dem Hamburger Wetter und der Satz, den er wiedergibt, könnte von Samir, einem Jungen, der vor 13 Jahren in Aserbaidschan das Licht der Welt erblickte, stammen. Er könnte genauso von Millionen anderen Menschen geäußert werden, die es geschafft haben Krieg, politische, religiöse, ethnische Verfolgung oder aber einfach ein Leben in ärmsten Verhältnissen hinter sich zu lassen und nach gefährlicher Reise in die “Festung Europa” zu gelangen. In Europa angekommen, bleibt ein Leben in sogenannter Illegalität oder ein Asylantrag. Dieser wird von den Meisten unter Mithilfe von nicht-staatlichen Hilfsorganisationen in einem Aufnahmelager gestellt. Die Zustände in diesen Lagern, sind in der Regel nur geringfügig besser als auf den rostigen Schiffen, mit denen Schleuser die Menschen in die Welt bringen, von der sie sich einfach nur ein besseres Leben erhoffen. “Einst träumte ich von Europa…” weiterlesen

Aller guten Dinge sind drei

Am Tag nach dem Nicht-Derby-Tag überschlagen sich die Meldungen zu den diversen offenen Baustellen, die sich über das Nicht-Derby-Wochenende aufgetan haben. Ich möchte im Folgenden versuchen das alles unter einen Hut zu bekommen.

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Amateure so weit das Auge reicht

Der “große HSV”! Der Bundesligadino! Ein Verein der Hamburg repräsentieren möchte. Vom Hamburger Wetter geschlagen, vernichtet, verarscht. Die Frage wie dumm man eigentlich sein kann, muss erlaubt sein, macht sich der “große HSV” doch gerade selbst zur Deutschen Bahn der Bundesliga.
Worum geht es? Der Schiedsrichter der morgigen Begegnung zwischen dem “großen HSV” und unserem FC St. Pauli, Günter Perl, hat beschieden, selbige muss verschoben werden, weil der Rauten jämmerlicher Platz ein Unbespielbarer ist. Amateure so weit das Auge reicht weiterlesen